wählen


wählen

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wäh|len ['vɛ:lən]:
1.
a) <tr.; hat sich (eines von mehreren Dingen) aussuchen:
als Vorspeise wählte sie die Weinbergschnecken; er wählte die Freiheit.
Zus.: auswählen, erwählen.
b) <itr.; hat sich entscheiden:
der Gewinner konnte zwischen einer Reise und 1 000 Euro wählen; haben Sie schon gewählt (sich entschieden, was Sie bestellen wollen).
2.
a) <tr.; hat sich durch Abgeben seiner Stimme bei einer Wahl für jmdn., etwas entscheiden; durch Wahl bestimmen:
einen neuen Präsidenten wählen; welche Partei hast du gewählt?; jmdn. in einen Ausschuss, zum Vorsitzenden wählen; eine demokratisch gewählte Volksvertretung.
Zus.: abwählen, hineinwählen.
b) <itr.; hat bei einer Wahl seine Stimme abgeben; zur Wahl gehen:
noch nicht wählen dürfen; er wählt konservativ (gibt seine Stimme für eine konservative Partei ab).
Syn.: abstimmen.
3. <tr.; hat beim Telefon durch Drücken der entsprechenden Zifferntaste bzw. durch Drehen der Wählscheibe die Telefonnummer eines anderen Teilnehmers zusammensetzen, um eine Verbindung herzustellen:
die Nummer 36 33 wählen; <auch itr.> erst nach Ertönen des Wähltons wählen!
Zus.: anwählen, durchwählen, verwählen, vorwählen.

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wäh|len 〈V. tr. u. V. intr.; hat
1. jmdn. \wählen
1.1 seine Stimme für jmdn. abgeben
1.2 durch Abstimmung berufen
2. jmdn. od. etwas \wählen sich für jmdn. od. etwas entscheiden, auswählen, aussuchen
3. am Telefon eine Nummer eingeben, tippen
● haben Sie (schon) gewählt? (erg.: etwas) haben Sie sich (schon) etwas ausgesucht? ● den richtigen Augenblick, Zeitpunkt \wählen; einen Beruf \wählen; eine Farbe, einen Stoff für ein Kleid \wählen; ein Gericht (auf der Speisekarte) \wählen; eine Nummer \wählen; seine Worte (mit Bedacht) \wählen seine W. genau überlegen (ehe man sie ausspricht) ● \wählen gehen 〈umg.〉 zur Stimmabgabe zum Wahllokal gehen ● Sie haben gut gewählt eine gute Wahl getroffen ● jmdn. ins Parlament \wählen; noch einmal \wählen, weil man sich vertippt hat; jmdn. zum Präsidenten, zum König, Kaiser \wählen; ins Parlament, zum König gewählt werden [<ahd. wellen <got. waljan; zu idg. *uel- „wünschen, begehren“; → Wahl]

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wäh|len <sw. V.; hat [mhd. weln, ahd. wellan, verw. mit 2wollen]:
1.
a) sich unter zwei od. mehreren Möglichkeiten für jmdn., etw. entscheiden:
als Geschenk ein Buch w.;
die gehobene Beamtenlaufbahn w.;
für die Vorhänge einen hellen Stoff w.;
welche Farbe, welchen Wein, welches Gericht, welches Dessert hast du gewählt?;
ich habe sie mir zum Vorbild gewählt;
mit diesem Knopf wählt man den Sender, die Frequenz, den Wellenbereich, das Waschprogramm;
sie wählte den schnellsten Weg, die einfachste Methode, das kleinere Übel;
den günstigsten Zeitpunkt für etw. w. (etw. zum günstigsten Zeitpunkt tun);
er pflegt seine Worte genau zu w. (pflegt genau zu überlegen, was er sagt);
er hat den Freitod gewählt (geh.; hat sich das Leben genommen);
sie konnten w., ob sie heute oder erst morgen fahren wollten;
<auch ohne Akk.-Obj.:> es sollte sich herausstellen, dass wir gut, klug gewählt hatten;
b) unter zwei od. mehreren Möglichkeiten der Entscheidung für jmdn., etw. prüfend, abwägend, vergleichend suchen:
sorgfältig w.;
Sie können unter mehreren Möglichkeiten w.;
zwischen Auto und Fahrrad w.
2. beim Telefon durch Drücken der Tasten bzw. durch Drehen der Wählscheibe mit den entsprechenden Ziffern die Telefonnummer eines anderen Teilnehmers zusammensetzen, um eine Verbindung herzustellen:
eine Nummer, den Notruf w.;
du musst erst mal eine/die Null w.;
<auch ohne Akk.-Obj.:> erst w., wenn das Zeichen ertönt.
3.
a) sich durch Abgeben seiner Stimme bei einer Wahl (2 a) für jmdn., etw. entscheiden; durch Wahl (2 a) bestimmen:
einen Präsidenten, ein neues Parlament, den Landtag w.;
die Verfassungsrichter werden für/auf acht Jahre, auf Zeit gewählt;
jmdn. in den Stadtrat, in einen Ausschuss, zur Vorsitzenden, zum Klassensprecher w.;
wen, welche Partei, was hast du gewählt (wem, welcher Partei hast du deine Stimme gegeben)?;
sie wählten sich einen neuen Anführer;
gewählt ist, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt;
eine demokratisch, frei gewählte Volksvertretung;
b) bei einer Wahl (2 a) seine Stimme abgeben:
w. gehen;
noch nicht w. dürfen;
hast du schon gewählt?;
in Frankreich wird gewählt (finden Wahlen statt);
Hessen hat gewählt (die Wahlen in Hessen sind abgeschlossen);
er wählt konservativ (gibt seine Stimme für eine konservative Partei ab).

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Wahlen,
 
Friedrich Traugott, schweizerischer Wissenschaftler und Politiker, * Gmeis (heute zu Mirchel, Kanton Bern) 10. 4. 1899, ✝ Bern 7. 11. 1985; 1943-49 Professor für Agronomie in Zürich, arbeitete 1949-58 bei der Food and Agriculture Organization (1957/58 deren Vizegeneraldirektor). Als Kandidat der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB, später Schweizerische Volkspartei, SVP) wurde er 1958 Mitglied des Bundesrats und leitete 1958-59 das Justiz- und Polizei-Departement, 1960-61 das Volkswirtschaftliche und 1961-65 das Politische Departement. 1961 war Wahlen Bundespräsident; 1967 wurde er Vorsitzender einer bis 1973 bestehenden Kommission zur Vorbereitung der Verfassungsrevision.

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wäh|len <sw. V.; hat [mhd. weln, ahd. wellan, verw. mit 2wollen]: 1. a) sich unter zwei od. mehreren Möglichkeiten für jmdn., etw. entscheiden: als Geschenk ein Buch w.; die gehobene Beamtenlaufbahn w.; für die Vorhänge einen hellen Stoff w.; welche Farbe, welchen Wein, welches Gericht, welches Dessert hast du gewählt?; ich habe mir ihn zum Vorbild gewählt; mit diesem Knopf wählt man den Sender, die Frequenz, den Wellenbereich, das Waschprogramm; sie wählte den schnellsten Weg, die einfachste Methode; das Recht ..., Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu w. (Fraenkel, Staat 130); den günstigsten Zeitpunkt für etw. w. (etw. zum günstigsten Zeitpunkt tun); das kleinere Übel w. (in Kauf nehmen, weil man sich vor dem größeren noch mehr scheut); er pflegt seine Worte genau zu w. (pflegt genau zu überlegen, was er sagt); er hat den Freitod gewählt (geh.; hat sich das Leben genommen); Kalypso ..., insofern die selbstbewusste Frau, als sie sich den Mann ihrer Lust wählt (Bodamer, Mann 118); er (= der Stier) sucht den Ausgang aus der Arena des Todes, er möchte das Leben w. (Koeppen, Rußland 53); Ich habe den 8. September zu meinem Todestag gewählt (Rinser, Mitte 217); Ich gebe zu, dass der Treffpunkt eigentümlich gewählt ... ist (Langgässer, Siegel 452); er konnte w., ob er heute oder erst morgen fahren wollte; <auch ohne Akk.-Obj.:> es sollte sich herausstellen, dass wir gut, klug gewählt hatten; Die Herrschaften haben gewählt? Unser elegantestes Abendjackett (Fallada, Mann 98); b) unter zwei od. mehreren Möglichkeiten der Entscheidung für jmdn., etw. prüfend, abwägend, vergleichend suchen: sorgfältig w.; er konnte unter mehreren, nur zwischen zwei Möglichkeiten w.; Hatte sie je gewählt? Nein, sie hatte immer lange gezögert und sich dann plötzlich entschieden (Hollander, Akazien 80). 2. beim Telefon durch Drücken der Tasten bzw. durch Drehen der Wählscheibe mit den entsprechenden Ziffern die Telefonnummer eines anderen Teilnehmers zusammensetzen, um eine Verbindung herzustellen: eine Nummer, den Notruf w.; du musst erst mal eine/die Null w.; Er wählte erneut den Anschluss von Erica Roth ... Die gewählte Verbindung kam nicht zustande (Rolf Schneider, November 84); <auch ohne Akk.-Obj.:> erst w., wenn das Zeichen ertönt. 3. a) sich durch Abgeben seiner Stimme bei einer ↑Wahl (2 a) für jmdn., etw. entscheiden; durchWahl (2 a) bestimmen: einen Präsidenten, ein neues Parlament, den Landtag w.; die Verfassungsrichter werden für/auf acht Jahre, auf Zeit gewählt; jmdn. in den Stadtrat, in einen Ausschuss, zur Vorsitzenden, zum Klassensprecher w.; wen, welche Partei, was hast du gewählt (wem, welcher Partei hast du deine Stimme gegeben)?; sie wählten sich einen neuen Anführer; gewählt ist, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt; eine demokratisch, frei gewählte Volksvertretung; b) bei einer ↑Wahl (2 a) seine Stimme abgeben: w. gehen; noch nicht w. dürfen; hast du schon gewählt?; in Frankreich wird gewählt (finden Wahlen statt); Hessen hat gewählt (die Wahlen in Hessen sind abgeschlossen); er wählt konservativ (gibt seine Stimme für eine konservative Partei ab).

Universal-Lexikon. 2012.

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